8. bis 16. Juli 2017: Hochgebirgswanderung durch das Herz der Dolomiten

9 Tage Bergwandern durch einige der attraktivsten Dolomitengruppen – das erlebten acht Bergwanderer der Sektion. Die Tour, die über acht hochgelegene Berghütten führte, war für Senioren mit alpiner Erfahrung ausgeschrieben worden, die Tagesetappen verlangten jedoch mit bis zu 1000 Höhenmetern im Auf- und Abstieg und 5 bis 6 Gehstunden gute Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und entsprechende Kondition. Gehtempo und Pausen wurden entsprechend der Altersstruktur der Teilnehmer, die von 52 bis 84 Jahren reichte, angepasst.
Wir, das waren Hans Jürgen Arndgen, Monika Bauer, Jürgen Blöcher, Irmgard Hagen, Inge Jungbluth, Franz Nagel, Luise Weiser und Wolfgang Gurk als Leiter der Gruppe.

Die Gruppe vor der Tschafonhütte

Wir reisten umweltfreundlich und erholsam mit der Bahn an. War es bei der Ankunft in Bozen 38°C unerträglich heiß, so waren die 32°C am Startpunkt im höher gelegenen Tiers am Schlern noch erträglich. Nach einem ersten dreistündigen Anstieg erreichten wir am frühen Abend die kleine gastliche Tschafonhütte unter dem Schlern.

Aufstieg durch die Teufelsschlucht

Nach heftigem Gewitter in der Nacht erfreute uns am Morgen gutes Wetter und es herrschte eine angenehmere Temperatur. Erst führte ein schmaler Waldweg etwa 300 Höhenmeter abwärts, dann gelangten wir in die schattige Teufelsschlucht, die über eine abenteuerliche Weganlage zur Jausenstation „Brenner Schwaige“ hinauf führt. An der malerisch gelegenen Alm stärkten wir uns für den weiteren Anstieg auf die Schlernhochfläche, die wir über ruhige Almwege bald erreichten. Oben angekommen, überraschte die grandiose Aussicht auf die nahen Felsspitzen des Rosengarten-Massivs.

Dehnungsübungen nach langem Aufstieg

Am Abend musste der nahe Petz, mit 2.563 m die höchste Erhebung des Schlerns, noch kurz vor einem Gewitter erstiegen werden. Hier erblickten wir erstmals die Marmolada, die „Königin der Dolomiten. Am Tag darauf - wieder nach gewittriger Nacht - führte die Route über die Tierser-Alpl-Hütte, die unt

Am Morgen an der Plattkofelhütte - Rückblick zum Schlern

er den wilden Roßzähnen und vor den nordseitigen schroffen Felswänden des Rosengartens liegt, und weiter über einen aussichtsreichen Höhenweg mit Blick über die Weiten der Seiser Alm zur Plattkofelhütte unter dem gleichnamigen Felsmassiv. Anderntags wurde dieses Massiv nordseitig umwandert und über die Langkofelhütte erreichten wir in mühsamen Anstieg die enge Langkofelscharte. Hier herrschte Hochbetrieb, denn eine Kabinenbahn schaufelte unaufhörlich Touristen hinauf zum 2.681 m hoch liegenden Aussichtspunkt. Auf dem steilen Abstiegsweg zum Sellapass war es dann wieder einsam. Hier übernachteten wir in der gastlichen Unterkunft Carlo Valentini.

Rückblick vom Sellapass zum Langkofel

Als nächste der Dolomitengruppen stand die Durchquerung der gewaltigen Bastion der Sella auf dem Plan. Erst ging es am frühen Morgen vom Sellapass etwa 200 Höhenmeter auf der Passstraße hinab, dann zweigten wir auf einen schmalen Steig ab, der in steilem Anstieg in das wunderbare Val Lasties hineinführt, durch das in stetem Anstieg die Hochfläche dieses Gebirgstocks erreicht wurde.

Auf dem Zwischenkofel in der Sella

 

 

Der 2.907 m hohe Zwischenkofel war noch zu überschreiten, dann erreichten wir die 2.871 m hoch gelegene Boe-Hütte unter der gleichnamigen höchsten Sella-Erhebung, dem Piz Boe, der am folgenden Tag das Ziel war.

 

 

 

Auf dem Piz Boe, Blick zur Marmolada

Der Piz Boe ist in leichtem Aufstieg in etwa einer Gehstunde zu erreichen. Hier, in 3.152 m Höhe bot sich ein phantastischer Rundblick über die nahezu gesamte Bergwelt der Dolomiten, zum Alpenhauptkamm und Ortler und Adamello.

 

 

Abstieg zur Pisciadu-Hütte

Nach ausgiebiger Gipfelrast ging es wieder hinab zur Boe-Hütte und weiter zur Pisciadu-Hütte am kleinen gleichnamigen See.

 

 

 

Am Pisciadu-See unter der Hütte

 

 

 

 

Abstieg durch das enge Setus-Tal

In der Nacht regnete es kräftig, aber beim Abschied von der Hütte lichteten sich die Wolken bereits. Ein anspruchsvoller Abstieg musste absolviert werden, ging es doch einige 100 Höhenmeter eine mit Stahlseilen gesicherte Route steil hinunter durch das enge Setus-Tal hinaus zum Grödner Joch. Hier wanderten wir, nach kurzer Einkehr in der Jimmy-Hütte, weiter durch die weiten Karst- und Almflächen der Puez-Gruppe zur Puez-Hütte. Auf dieser Strecke wurde uns bewusst, dass wir viele Jahrmillionen der Erdgeschichte durchschritten, denn in den großen Kalkplatten zeigten sich unzählige „Kuhtritte“, das sind versteinerte Muscheln, die die Form der vierbeinigen Trittspuren besitzen.

Am Folgetag wanderten wir über grüne Terrassen mit weitem Blick über unzählige Dolomitengipfel, begleitet vom Gebimmel zahlreicher Schafe, hinauf in karges Ödland und zu einem Klettersteig-ähnlichen Weg in die Sieles-Scharte. Nun ging es nur noch bergab, zuletzt über Edelweißwiesen und durch blühende Alpenrosenfelder zu unserer letzten Unterkunft, der gastlichen Regensburger Hütte.

Alpenrosen vor der Geislergruppe

Wir erreichten die letzte Etappe frohgemut und ohne Blessuren. So konnten wir gemeinsam am letzten Tag nach St. Christina absteigen, von wo aus die Heimreise mit Bus und ab Brixen per Bahn angetreten wurde.

Im Klostergarten in Brixen - vor der Heimreise

Für uns war die Tour trotz erheblicher Anforderung ein nachhaltiges positives Bergerlebnis, nicht zuletzt Dank des durchwegs guten Wetters, der wilden Bergwelt und der herrlichen Alpenflora, der gastlichen Hütten und der sehr guten Gemeinschaft.

Wolfgang Gurk
Organisation und Leitung
Trainer C-Bergsteigen

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